Verantwortlich:
Johann F. Seeweg
Es handelt sich hier um eine Privatseite
Telefon: 0 83 21 / 8 98 30
Prosaarbeiten und eine Erzählung
- Was ist eigentlich "deutsch"?
- Mist
- A Leich
- A Messner
- Gotthilf Aseige
- Minderheiten
- Und all die Huber
- Bitterlis
- Vor der Wende
und die Erzählung:
Das Begebnis oder was macht Oberstdorf danach? (von 1982)
Seit Monaten keine Regen, Trockenheit, der Pegel der Seen sinkt; Der Freibergsee gibt Hinweischilder frei: "Für Juden baden verboten!"; Die Psycher der Menschen beginnt ins Absurde zu schwenken.
... und nicht anders
Es gibt Menschen,
die ändern sich nie.
Andere, die erkennen,
wechseln ihr Genie.
Braun in Transzendenz schwarz.
Ja! Haben die alle schon gelebt?
Reinkernation, ihr alle schon warts?
Jetzt weiß ich, warum die Erde bebt.
Und da gibt es solche,
die ändern sich nie:
Regieren tun immer nur Strolche
mit gleicher Physiognomie.
Hier zwei Liedertexte aus diesem Band:
1986 Die Mauer (von 1981)
Noch stehen grau die Lampen, Ohne uns zu fragen in die Welt geboren,
Neonlicht flackert leis zur Nacht. schreiend an die Brust gesetzt,
Zerlumpt alte Gaslaternen, aber als wir uns zur Freihet verschworen,
beschloss'ne Sache: Zerstörung ist das Ziel. haben sie uns gehetzt.
Beschloss'ne Sache: Genf nur Schein, Keine Verlautbarung wenn Bosse pokern;
denn die Abmachung lautet klar: im Ärmel deren Trumpf versteckt.
Menschheit ist Bluthunde die Spur erwittern,
zum Verheizen da! und wen sie erwischen, elend verreckt.
Hört Ihr nicht das laute Sterben
Wenn drüben drohend ein Schornstein brennt, blutströmend, tausendgrau?
wenn hinten Land nach Leben rennt, Als Hunderttausend nach Frieden schrien,
ist denen ihr Sitzfleisch waren wir zweifelhaft;
metertief in Bunkern wohlgeschützt. als ein paar Dutzend nach Kriegen schrien,
Vereinzelt denkt schon einer mal an Menschen waren wir vorteilhaft.
mit Mitleid auf der Seel, Felder unter Panzer starben,
doch rund klingt die Mark in der Kasse, Mauern wuchsen, Stacheldraht,
im Handschlag wechselt diese Masse. umgebracht die letzten Garben,
umgebracht Soldat.
Noch erwärmt ein Herbstmorgen, Keine Glocken weit und breit
zerbricht die Kälte die die Nacht erschlich. als ich zur Taufe schrie,
Noch streift junge Liebe quer durch Gassen und als wir gegen Rakten rannten,
und weiß nichts vom Druck der Angst. brannten Leiber, aber nicht Die.
Schnell aber neigt junge Liebe zu Falten Als wir gegen Waffen agierten,
und kämpft mit dem Jetzt, tausend Fragen nach dem Warum;
es sind die Mächtigen, vor Gericht die Richter stierten,
die die Menschheit hetzt. einige brachten sie um.
Als ich dagegen sprach
Längst zeigt die Mauer Risse, die Entlassung rigoros,
duckgemäusert der Kopf geneigt. Schläge bis ich erbrach
Eiskalt die Faust im Nacken, und Knobelbecher spürte im Schoß.
allzu oft alles Innere erhängt. Im Zeichen des Staates morden,
Blindmachen, und stumm sind wir Zeugen im Zeichen des Bürgers kuschen
mit geschlossenem Augenlid gestern, heute und auch morgen
das qualvoll die Narbe erstickt mit vorgehalt'nen Händen tuscheln.
die am Morgen die Träne erbricht. Ohne zu fragen uns in die Welt gesetzt,
mit Zielen längst eingedeckt
und Schädel an die Wand gepresst,
zu viel, zu viel sind daran schon verreckt.
Hört ihr nicht das laute Sterben
bluttönend, tausendgrau,
nicht der Händebeben
indem auf uns zukommenden Immergrau!